
Merz auf iranischer Racheliste

Am 10. Juli 2026, kurz nach der Bestattung des im Februar 2026 bei einem gemeinsamen Luftangriff der USA und Israels getöteten Obersten Führers Ali Chamenei, veröffentlichte die iranische Tageszeitung Hamshahri auf ihrer Internetseite die unmissverständliche Collage.
Die Zeitung Hamshahri (zu Deutsch: "Der Mitbürger") wird von der Teheraner Stadtverwaltung herausgegeben und findet mit ihrer Auflage von 400.000 Exemplaren täglich auch überregional Beachtung. Ihre journalistische Ausrichtung gilt als staatstragend und der iranischen Führung nahestehend.
Als erste wiesen Medien wie Reuters oder Bild am Samstagabend auf die bedrohliche Botschaft hin. Auf einer KI-generierten Bildzusammenstellung befinden sich die Porträts zahlreicher westlicher Politiker, die sich Iran zum Feind gemacht haben. Die insgesamt 13 Personen tragen orangefarbene Häftlingskleidung.

Ganz an der Spitze der Gruppe: US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, beide mit dem Fadenkreuz eines Zielschützen auf der Stirn. Zu einem Plakat mit der Aufschrift "Kill Trump" bei einer iranischen Kundgebung konstatiert die Teheraner Zeitung in düsteren Worten: "Laut Hamshahri Online werden die Kriminellen ihren Wunsch nach einem friedlichen Tod mit ins Grab nehmen."
Über all dem steht die Überschrift: "Die Liste derer, die mit der Rache der iranischen Nation rechnen müssen". Den größten Teil der Bedrohten machen US-amerikanische und israelische Offizielle aus. Neben den bereits Genannten befinden sich US-Außenminister Marco Rubio, US-Kriegsminister Pete Hegseth, der Botschafter der USA in Israel, Mike Huckabee, CENTCOM-Kommandant Brad Cooper, der israelische Verteidigungsminister Israel Katz, der israelische Außenminister Gideon Sa'ar sowie der Chef des israelischen Generalstabs, Eyal Samir, auf der Droh-Collage.
Dazu kommen vier europäische Politiker: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der derzeit noch amtierende britische Premierminister Keir Starmer, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz. Zu den Gründen für die Auswahl gerade dieser vier Europäer schreibt Hamshahri nichts.
Stattdessen steht unterhalb der Überschrift die Erläuterung: "Der Revolutionsführer erklärte heute in einer Botschaft: 'Diese Rache ist der Wille unserer Nation und muss unbedingt vollzogen werden.'" Damit bezieht sich das Blatt auf eine ebenfalls am Samstag veröffentlichte Botschaft des neuen Obersten Führers Modschtaba Chamenei, des Sohnes des ermordeten Ajatollahs. Darin gelobte Chamenei, "das unschuldige Blut aller Märtyrer dieser beiden Kriege an den verbrecherischen und ehrlosen Mördern zu rächen".
Die Ausführung hänge nicht von ihm oder anderen iranischen Offiziellen ab, erklärte Modschtaba Chamenei weiter: "Ob wir anwesend sind oder nicht, dies wird geschehen, und bald werden freie Menschen überall auf der Welt ihren Teil dieser göttlichen Mission erfüllen." Obwohl Chamenei von einer Liste sprach, nannte er keine konkreten Namen.
Eine Stellungnahme des Bundeskanzleramtes zu den Todesdrohungen lag am Sonntagmorgen noch nicht vor, ebenso wenig dazu, ob es Überlegungen gibt, die Sicherheitsvorkehrungen für den Kanzler nun zu verschärfen.
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