Deutschland

Medwedew: Deutschland wurde nach Zweitem Weltkrieg nie vollständig entnazifiziert

Die Entnazifizierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg blieb bewusst unvollständig – diese These vertritt Dmitri Medwedew in einem Beitrag, der am Donnerstag in voller Länge auf RT DE erscheint. Die Westmächte hätten demnach die NS-Ideologie fortbestehen lassen, um sie später erneut gegen Russland einsetzen zu können.
Medwedew: Deutschland wurde nach Zweitem Weltkrieg nie vollständig entnazifiziertQuelle: Sputnik © Ekaterina Shtukina

Die westlichen Mächte haben die Aufarbeitung des deutschen Faschismus zu einer Farce gemacht, stellt Dmitri Medwedew fest. Der Prozess, die deutsche Gesellschaft und Europa von der Nazi-Ideologie zu befreien, sei nie abgeschlossen worden, schreibt der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats und ehemalige Präsident Dmitri Medwedew in einem Artikel zum 81. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland, der am Donnerstag vollständig auf RT DE veröffentlicht wird. 

Moskau wirft dem Westen seit langem vor, historischen Revanchismus zu betreiben. Im Westen ist man bestrebt, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg auszulöschen und den sowjetischen Sieg über den Nationalsozialismus umzuschreiben. Die deutsche Schuld am Zweiten Weltkrieg soll relativiert und der Faschismus rehabilitiert werden – das sei die erkennbare Absicht.

Der russische Auslandsgeheimdienst SWR erklärte bereits im vergangenen Jahr, dass insbesondere der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz einen "wahnsinnigen Rachetrieb" gegen Russland hege, der direkt an den Groll der Nazi-Ära gegenüber der Sowjetunion anschließe.

"In der Bundesrepublik Deutschland gab es keine wirkliche Entnazifizierung. Archivmaterialien des russischen Auslandsgeheimdiensts, darunter ein Bericht über die politische Lage in Westdeutschland aus dem Jahr 1952, belegen überzeugend, dass die Westmächte statt einer Entnazifizierung den Weg der Rechtfertigung von Nazi-Kriegsverbrechern einschlugen", schreibt Medwedew.

Einige westliche Länder akzeptieren immer noch nicht den Ausgang des Zweiten Weltkriegs und die Urteile des Nürnberger Tribunals. Sie denken, dass der sowjetische Sieg "ein Zufall oder ein Fehler" war, der korrigiert werden muss, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, im vergangenen Monat.

Medwedew argumentiert, dass der Westen die Träger der Nazi-Ideologie am Leben erhalten habe, damit ihre Nachkommen weiterhin Unheil anrichten könnten.

"Der gesamte Prozess, der mit viel Tamtam durchgeführt wurde, entpuppte sich als leere Farce, mit Ausnahme der Liquidierung berüchtigter profaschistischer Organisationen und der Säuberung öffentlicher Räume."

"Die Angelsachsen, die versuchten, die ehemaligen Führer von Hitlers Militärwirtschaft und die wichtigen Nazis, die sie brauchten, zu erhalten, führten eine Kampagne unter dem Motto 'Hängt die Kleinen – lasst die Großen laufen'", sagte Medwedew. 

Der Beitrag von Dmitri Medwedew erscheint in voller Länge am Donnerstag auf RT DE.

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